31. Juli 2025
Was ChatGPT sieht – und was nicht?!
„Olli, wie kommt unsere Website in KI-Antworten vor?“
Wir bei HELDISCH beschäftigen uns zur Zeit mit den großen Chancen der KI. Heute sprechen wir Mal mit einem unserer besten Programmierer, Oliver Monschau. Es ist unser erstes Interview für unseren Newsletter.
Wir hoffen: Interessant und bereichernd für euch. Gebt uns gerne Feedback. Mögt ihr Interviews?
Olli, Du sprichst in letzter Zeit nicht nur von SEO, sondern auch von GEO. Kannst Du uns erklären, wozu man das braucht?
Gerne! Früher haben wir alles bei Google gesucht und Websites besucht. Hier war klassisches SEO (Suchmaschinenoptimierung) erforderlich, um seine Seite weit oben zu platzieren. Heute fragen immer mehr Menschen ChatGPT oder Gemini direkt. Also ist es nur sinnvoll, , dass aus Markenperspektive die jeweilige Marke oder das jeweilige Unternehmen hier in einer Antwort erscheinen und vorgestellt werden möchte. Um darauf zu optimieren, sprechen wir von GEO (engl. Generative Engine Optimization).
Die KI antwortet sofort; ohne dass der Nutzer je unsere Website besucht. Wenn wir unsere Website-Daten nicht “KI-freundlich” strukturieren, werden wir in den Antworten einfach nicht erwähnt. GEO sorgt also dafür, dass KI-Systeme unsere Inhalte besser verstehen und empfehlen können.
Das klingt logisch. Aber wie genau wird mein Unternehmen bzw. meine Website denn von einer KI empfohlen?
Was passiert da im Hintergrund?
Sehr gute Frage! KI-Systeme “lesen” Websites anders als Menschen. Sie scannen den Code, analysieren die Struktur und suchen nach klaren Signalen: Wer bist Du? Was bietest Du an? Wo bist Du?
Wenn diese Informationen klar strukturiert sind, etwa durch ein sogenanntes schema.org-Markup, kann die KI unsere Daten besser verarbeiten, einordnen und entsprechend ausgeben.
Du erwähnst strukturierte Daten – was können wir darunter verstehen und warum ist das sinnvoll?
Strukturierte Daten sind wie Übersetzungen für Maschinen. Stell Dir vor, auf unserer Website steht: „Wir sind seit 2010 aktiv“. Ein Mensch versteht das sofort. Für eine künstliche Intelligenz ist das nur Text. Wenn wir die Daten im Hintergrund jedoch ordentlich anordnen, sagen wir der KI explizit: „Das hier ist unser Gründungsjahr: 2010“.
Das können und sollten wir mit allen relevanten Informationen machen. Von Kontaktdaten und Öffnungszeiten über Artikeldetails bis hin zu Veranstaltungen sowie häufig gestellten Fragen. Das ist wie der Unterschied zwischen einem handgeschriebenen Brief und einem strukturierten Formular. Beides enthält Informationen, aber das Formular ist viel einfacher zu verarbeiten.
Ich höre auch immer öfter von dieser “llms.txt”. Was hat es damit auf sich?
Die llms.txt ist relativ neu und extrem wichtig. Es ist eine einfache Textdatei, die wir in unser Website-Verzeichnis legen; aus dem SEO-Kontext kennen wir bereits die robots.txt.
In dieser Datei erklären wir KI-Systemen in natürlicher Sprache, wer wir sind und was wir machen. Quasi ein Elevator Pitch für die KI. Natürlich können wir neben einer normalen Beschreibung auch weitere Hinweise mitgeben. Wie die KI unsere Daten zu verstehen hat, welche Unterseiten besonders relevant sind und mehr.
Du sprichst auch von Semantik auf der Website. Wie wichtig ist das?
Semantik bedeutet, dass unsere Website-Struktur Sinn ergibt. Nicht nur visuell, sondern auch inhaltlich. Früher haben viele Websites alles in div-Container gepackt. Heute nutzen wir semantische HTML-Tags wie <header>, <nav>, <main>, <footer> und so weiter.
Das ist wie ein gut angeordnetes Dokument mit klaren Überschriften und Absätzen. So erkennt ChatGPT, Gemini & Co., wo die Navigation und wo der Hauptinhalt aufzufinden ist. Auf einer semantisch korrekten Website hat alles seinen Platz und ist leicht zu finden.
Was ist mit dem Design der Website? Müssen wir auf schöne Bilder oder Videos verzichten?
Werden diese Dinge eines Tages auch von der KI gelesen?
Eine super wichtige Frage! Nein, wir müssen definitiv nicht auf ansprechendes Design verzichten. Im Gegenteil – KI wird immer besser darin, auch visuelle Inhalte zu verstehen. Schon heute können moderne Systeme Bilder analysieren und beschreiben.
Was wichtig ist: Die Bilder sollten aussagekräftige Alt-Texte und Dateinamen haben – allein schon für die Barrierefreiheit. Bei Videos können wir Transkripte oder Untertitel hinzufügen.

Das hört sich nach viel Arbeit an. Was würdest Du Unternehmen raten, die technisch optimieren möchten,
aber nicht gleich alles umbauen können?
Absolut verständlich! Wer sich bereits vorher stark mit SEO beschäftigt hat, kann vermutlich schon einige Punkte von der Liste abhaken. Meine Empfehlung wäre, dass man klein anfangen und priorisieren soll. Erste Priorität hat die llms.txt-Datei, weil sie sofortigen Nutzen hat. Dann würde ich die Seite mit grundlegenden schema.org-Daten ausstatten: Unternehmensdaten, Kontaktinformationen etc. Das kann man oft ohne komplette Neuprogrammierung machen. Parallel dazu die wichtigsten Seiten semantisch überarbeiten. Auch das ist schrittweise möglich. Wichtig ist, dass wir hier darauf achten, wie der Code mit dem Styling ineinandergreift. Ebenso empfehle ich, dass man nicht alle Seiten auf einmal überarbeitet. Lieber systematisch vorgehen und drei Seiten richtig optimieren, als zehn Seiten halbherzig.
Aber verändert sich durch die GEO-Optimierung manchmal auch das sichtbare Design der Website?
Gelegentlich schon, aber meist nur minimal und zum Besseren. Wenn wir semantische Strukturen einbauen, kann sich manchmal die Reihenfolge von Elementen leicht ändern; etwa, dass Überschriften klarer hierarchisch gegliedert werden. Oder wir fügen diskret strukturierte Daten hinzu, die für Nutzer praktisch unsichtbar sind. Manchmal empfehle ich auch, wichtige Informationen, wie Kontaktdaten oder Leistungen, prominenter zu platzieren. Für die KI und auch für menschliche Besucher. Das sind dann Verbesserungen, die auch der Nutzererfahrung zugutekommen. Das Grunddesign bleibt erhalten.
Lass uns gemeinsam prüfen, wie sichtbar Deine Marke in KI-Antworten bereits ist – und wo noch Potenzial liegt. Nimm jetzt Kontakt auf für Dein kostenloses Strategiegespräch.
Wie siehst Du die Zukunft: wird GEO SEO ersetzen?
Ersetzen nicht, aber ergänzen und eventuell überholen. SEO bleibt wichtig, solange Menschen Google nutzen. Aber die jüngere Generation fragt zunehmend direkt ChatGPT oder andere KI-Assistenten. In fünf Jahren – vielleicht auch früher – wird es normal sein, dass Menschen ihre KI fragen, einen Firmenausflug zu planen. Die KI empfiehlt dann konkrete Dienstleister, ohne dass Google dazwischen steht. Wer bis dahin nicht GEO-optimiert ist, verpasst einen ganzen Kanal. Also ein klassischer First Mover Advantage.
Zum Abschluss: Was ist Dein wichtigster Tipp für unsere Leser?
Fangt heute an! GEO ist noch relativ neu, besonders in Deutschland. Wer jetzt startet, hat einen Vorsprung. Vergesst nicht: Es geht darum, dass eure Inhalte von KI-Systemen verstanden und empfohlen werden können. Eure Website kann noch so schön sein, wenn die KI sie nicht “lesen” kann, existiert sie in der neuen digitalen Welt praktisch nicht.
Vielen Dank für diese aufschlussreichen Einblicke!
Sehr gerne! Bei Fragen rund um das Thema GEO könnt ihr euch jederzeit direkt bei HELDISCH melden. Das Team von HELDISCH und ich kümmern uns dann persönlich um euer Anliegen. Wir haben bereits die ersten Websites entsprechend erweitert und arbeiten kontinuierlich daran, Website-Daten strukturiert und technisch zukunftssicher umzusetzen.